Nepal Tibet 2012

Mal anders Reisen
Montevideo im Herbst 2011

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Wir – Bernd Woick und Heidrun Kohler-Woick – sitzen im Hotel London Palace in Montevideo, die Rückverschiffung unseres Duros 6×6 steht an und die Reiseideen schießen uns nur so durch den Kopf. Island, Karpaten, Skandinavien, Griechenland, Georgien…

Die Liste nahm kein Ende. Aber reisen ohne Duro? Das stand nicht zur Debatte! Bis der Vorschlag kam,  doch abwechselnd eine Reise mit dem Duro und eine Reise mit dem Flieger durchzuführen. So sei es!

Für den Sommer 2013 steht Grönland auf dem Plan und für den Herbst 2012 unsere erste Reise nach Fernost!

 

Frankfurt-Kathmandu, Kathmandu-Lhasa…
November 2012 … und jetzt sitzen wir in Frankfurt und warten auf den Flieger der Oman Air nach Muscat und den nächsten Flieger mit Ziel Kathmandu. Nach einem ereignisfreien Flug ohne jegliche kulinarischen Höhepunkte mit der Oman Air über Muscat/Oman wurden wir pünktlich am Flughafen in Kathmandu abgeholt. Im Büro unseres Veranstalters „Royal Mountain Trekking“ wurden Permits, Visa usw. vorbereitet und besorgt. Leider besteht unsere Gruppe „nur“ aus 4 Personen – also musste eine 5. erfunden werden. Ein Permit für das Everest Basecamp bekamen wir auch!

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Mit Klaus Stolz vom Himalayan Shop, Langenburg (Buchungsbüro in Deutschland) im Vordergrund, besuchten wir, perfekt geführt, die Toten-Verbrennungsstätten am Fluss, vorbei an vielen netten kleinen Verkaufsständen mit handwerklich hervorragenden Arbeiten.

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Wir konnten über Stunden die unerschiedlichen Zeremonien beobachten – eine vollkommen andere und faszinierende Welt!

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Allgegenwärtig die Heiligen – Saddhus – beim entgeltlichen Fotografierenlassen.
Ein bisschen aggressiv die vielen Affen aber die nicht geringere Zahl knuddeliger Hunde sorgt für den tieremotionalen Ausgleich.

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Kathmandu hat uns mit seiner ladenreichen Altstadt gefallen, der Trubel und das vielfältige Angebot reißen jeden mit. Die Straßen, die Gebäude sind zum großen Teil in sehr schlechtem Zustand und überall eine ansehnliche Menge Schmutz und Abfall. Nach der Rückkehr aus Tibet haben wir noch einige Tage Zeit, Kathmandu zu erkunden? Nach 2 Tagen sitzen wir wieder im Flieger und freuen uns auf Tibet.

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Lhasa – unsere erste Station in Tibet. Der Potala Palast überragt die – bis in jeden Winkel blitzsaubere – Stadt. Beeindruckend. Eine aufstrebende, moderne Metropole. Geothermische Energie wird durch Fernwärmeleitungen in den Häusern genutzt, Straßenbeleuchtung mit LED und Solarmodulen, Beleuchtung selbst in den kleinsten Geschäften nur mit Energiesparlampen!

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Die unzähligen Schätze dürfen gerne fotografiert werden. Zwischen einem und zwei Euros sind dann je Fotoapparat und je Raum fällig. Darüber wachen die Mönche auch wenn sie gerade ihr Handy am Ohr haben oder Yakbutter und frische Dochte in den großen Schalen nachfüllen. Die brennenden Dochte sind die einzige Beleuchtung und Heizung. Die Butter bringen die Gläubigen flüssig in Thermoskannen mit. Der Duft (eher vielleicht der Geruch) begleitet uns Besucher durch jeden Raum jedes Klosters und schließlich noch bis ins Hotel.

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Gebetsmühlen begleiten uns auf allen Wegen! Große, kleine, handtaschengerechte und solche mit Solarantrieb in Gold für das Armaturenbrett oder den Schreibtisch.
Unser tibetischer Guide „Alla“ ist absolut topp und weiht uns in jedes Geheimnis ein, erklärt die unzähligen Buddhas, Dämonen, Klostergründungen, die zahlreichen und unterschiedichen Lamas und gibt uns Hinweise über das Leben in Tibet.

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Am Flussufer – später heißt dieser Brahmaputra – hier eine Baby-Bestattungsstätte mit den wichtigen Gebetsfahnen. Die toten Babys und Kleinkinder werden hier während der Bestattungszeremonie dem Fluss übergeben. Mit unserem Fahrer hatten wir das gleiche Glück, wie mit unserem „Alla“. Er fährt äußerst bedacht und ruhig, hält sofort an, wenn man nur andeutet, ein Foto machen zu wollen. Hektik? Null! Pauschaltour mit dem Charakter einer Individual-Reise. Perfekt. Die Höhe liegt zwischen 4 und 4.500m und bereitet uns keine Probleme. Außer beim Treppensteigen! Nach der 3. oder 4. Stufe geht bereits die Luft aus.

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Wir fahren mit unserem sehr bequemen und gepflegten Van weiter in Richtung Shigatse, vobei an großen, mageren Weideflächen und sehen unsere ersten Yaks.

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Auf den Märkten – vielfältige Handarbeiten, versteinertes Holz?, Obst, Kinder und Hunde. Und keine aufdringlichen Händler!

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Unser bescheidenes Frühstückszimmer im Gyantse-Hotel.

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Das Shigatse Hotel. Eine ruhige Oase nach dem etwas umtriebigem Lhasa und den unendlichen Buddhas, Klöstern, Tempel, Stubas usw. Sehr angenehm die klare, trockene Luft, die zumindest bis zum Betreten des nächsten Klosters Yak-Butter-Duft frei ist.

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Der erste klare Blick auf den Himalaya aus über 5000m Höhe.

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Sieht man davon ab, dass die chinesische Grenzpolizei einen unserer Pässe konfiszierte, der dann erst durch das vermutlich „zahlende“ Eingreifen von Alla wieder zurückgegeben wurde, verlief der Grenzübergang fast problemlos. Fotografieren natürlich verboten. Das Foto zeigt die Hauptverkehrsstraße zwischen Tibet und Nepal, kurz nach der Friedensbrücke.

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…und immer schön das Wasser oder den Tee entkeimen..
Mit dem Steripen in wenigen Sekunden.

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Thakur, der Inhaber der nepalesischen Agentur, uns zu einem Folklore-Abend eingeladen. Mit hervorragendem – und mit viel Scharf – regionalem Essen, Reisschnaps und einer Reihe von Tanz- und Musikeinlagen. Während andere Touristen nahezu freiwillig am Abschlusstanz teilnehmen konnte, musste ich höflichkeitshalber am Tisch sitzen bleiben, da Thakur gerade eine neue Runde Reisschnaps einschenken ließ.

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Am nächstenTag fuhr uns Rabi zur Altstadt Bhaktapur. Im Bild der von Helmut Kohl wieder aufgebaute Tempel ( oder hat er den Aufbau doch nur bezahlt? Oder haben wir ihn bezahlt?) Jedenfalls ist er eines der vielen, vielen Highlights dieser Stadt, die natürlich nicht nur Vorzeigetempel… besitzt. Fast 5 Stunden sind wir von einem freundlichen und kompetenten Führer durch Tempel, Gassen und natürlich Läden geführt worden. Der Erwerb einer Tankha-Malerei scheiterte, da wir noch eine unüberbrückbare Preisdifferenz stehen hatten – aber beim nächsten Mal klappts, da wir inzwischen Qualität und Preise – zwischen 300 und 1000 Euro – einigermaßen beurteilen können.

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Meint man, in Bakthapur nur Besucher mit niedergeschlagenen Augen schamerfüllt zu Boden blickend, sehen zu können, stellt man erstaunt fest, dass die „Hans und Hänsin Guck in die Luft“, die in den Deckenbalken Erbauliches suchen, deutlich in der Überzahl sind. Es ist verständlich, dass man oder frau sich in diesem Trubel auch mal festhalten können darf… Schließlich soll es hier einen Mann geben, der 50kg damit (?) hochheben kann!

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Heidrun blickte heute morgen um 5.45 !! (ich dachte wir wären im Urlaub!) durch das Auge der Kamera und wurde mit einem einzigartigen Panorama des Himalays belohnt. Noch nie waren wir in einem Hotel mit einer derartigen Aussicht*.
*Das mag auch daran liegen, dass wir so gut wie nie in Hotels übernachtet haben.

Wir werden heute einen faulen Urlaubstag einlegen, Tagebuch schreiben und ansonsten die Ausblicke auf die Berge genießen, bevor wir zu eine mehrtägigen Tour aufbrechen.

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Aber bevor es losgeht, frühstücken wir erst mal gemütlich und genießen den Ausblick auf den LangTang.
Unser junger Guide führte uns anschließend über mehr als 7 Stunden über Berg und Tal bis zu unserem nächsten Hotel in Doulikle. Leider kannte er sich weder mit Wanderwegen noch mit der Technik des Führens aus. So wanderten wir zwar durch wunderschöne Landschaft, Gehöften und an Feldern vorbei, leider jedoch fast immer auf sehr staubigen Pisten und Asphaltstraßen. Dass diese Touristen auch mal Pause machen oder gar etwas essen wollten, mussten wir ihm erst nahebringen. Von der Zeit fürs Fotografieren mal ganz abgesehen. Aber er war wirklich ausgesprochen nett und freundlich. Schließlich entschieden wir uns, für die letzten 5km den Bus zu nehmen, um dem Staub, den Autos und Motorrädern zu entkommen. In Doulikle angekommen, stiegen wir am „Busbahnhof“ aus und unser Guide begann eifrig nach dem Hotel zu suchen. Wie sucht man aber ein Hotel unter sehr Vielen, wenn man dessen Namen vergessen hat??

Dank Handy und Robi, unserem Fahrer, kam der Hotelname zu Tage „High View“. Dummerweise lag es etwa dort, wo wir mit dem Bus herkamen. So durften wir ca. 1/3 der gefahrenen Strecke wieder zurückschlappen. Eine Schülerin, die so fröhlich des Weges daherkam, erzählte mir dann in einzelnen (das waren vermutlich alle, die sie in englisch kannte) Worten, wo das Hotel zu finden sei. Dann der Aufstieg! Über 200 Stufen bis zu unserem Zimmer! Daher wohl „High View“.

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Der morgendliche Blick aus dem Zimmer auf die Berge entschädigte dann doch für die vortäglichen Unbillen. Aber Ausruhen gibts nicht, der zweite Teil der Fußtour wartet mit scharrenden Hufen…

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Manu Buddha – unser nächstes Ziel – mit den diskutierenden Mönchen entpuppte sich als echtes Highlight. Unsere Zimmer waren basic und sauber, die Matratzen glashart!
Um 18.30: Antreten zum Prayer! Kloster gibts nicht umsonst! 1 1/2 Stunden „Oom Moneypenny Hum“ im Schneidersitz mit Knochentrompetengetute, Geklingel und Getrommel. Dazu wurde Tibetanischer Tee ausgeschenkt: Exakt wie unser Milchtee, bei dem statt Zucker Salz verwendet worden ist. Urgs.. da wendet sich der Gast mit Grausen.
Fast vergessen – vor der Erholung kam der Aufstieg – 1100 Stufen! Die Waden haben es uns noch nach 2 Tagen gedankt.

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Unser Guide, Dennis, in Pathan Durbar Square führte uns zu (s)einem Klangschalenspezialisten, der uns die Unterschiede, Wirkungen und Anwendungen erklärte. Lutz testete sofort und erfolgreich die versprochene Wirkung auf Geist und Seele. Migräne, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen werden durch die Klangtherapie gemindert. Hoffentlich. So erstanden wir jeweils eines dieser fluggepäckunfreundlichen Therapiemittel, deren Verwendung als Obstschale sich von selbst verbietet.

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Dennis zeigte uns auch eine Tankha-Malschule, die, wie könnte es anders sein, ihre eigenen und andere Werke auch gleich verkauft. Fachmännisch begutachteten wir die zwischen A4 und A3 großen Bilder mit dem Fadenzähler, verglichen die Gesichtszüge der Minibuddhas. Alle Gesichter nahezu gleich. Aber an der Wand hing ein Tankha, viel zu groß! Ein Meter hoch. Jedes Gesicht zeigte Ausdruck, Gefühl. Traumhaft schön und leider nicht für umme. Es wurde Unser. Nur die Rolle mit dem Bild passt nicht in unser Gepäck. Vielen Dank für den Heimtransport an Barbara und Lutz!

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Mittagessen mit Blick über Tempel, Trubel und Häusermeer. Es gab Momos und Mixed Vegetable Curry und Everest Bier. Danach war noch Zeit zum Shoppen – Tee, Gewürze…
Ein letztes gemeinsames Abendessen, denn am nächsten Tag gehts für Barbara und Lutz zurück an die Arbeit. Danke für die nette Reisezeit zu viert.

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Buddha Stupa, ein letzter Besuch am Abend, Dinner mit Aussicht. Vorher haben wir uns noch im Tibetanischen Health Center von einer Ärztin „checken“ lassen. Die ausführliche Pulsuntersuchung zeigte unglaubliche Übereinstimmung mit der Wirklichkeit, die Diagnose hatte dann auch den Kauf einer Reihe tibetischer Tees und Medikamente zur Folge. Dazu gab es Ratschläge zu Essen und Trinken. Die Ärztin reist auch regelmäßig in Deutschland zu Vorträgen und Behandlungen. Mit der Therapie fangen wir aber erst zu Hause an – und 1 Liter Tee am Tag und 2 Tabletten eine Stunde vor dem Frühstück??? Schaumer mal.

Zum Chillen nach Pokhara
Pünktlich wurden wir vom Fuji-Hotel abgeholt und zum Busbahnhof begleitet, der so gegen 7 Uhr morgens abdieselte. Vor uns lagen über 7 Stunden Fahrt, Asphalt, Schlaglöcher, Piste und nur Kurven. Nach 2 Stunden die erste Frühstückspause mit Versorgungs- und Entsorgungsmöglichkeit, nach weiteren 2 Stunden dann 20 Minuten Lunchpause. Wir genossen den Platz im Freien und an der Sonne bei gutem, einfachem und sehr preiswertem Essen. Nach 14 Uhr errumpelte unser Bus Pokhara Main Bus Station und ein Taxi brachte uns zum Hotel Mount Fuji. An dieser Stelle muss doch mal Klauss (oder wie bildet man den Gehnietief von Klaus?) Veranstalter, Royal Mountain Trekking, gelobt werden. Alles hat ausnahmslos und pünktlich geklappt.

Pokhara, Hotel Fuji Mount, unter Karens deutscher Leitung, einfach, mit vielen liebevollen Details – und sauber! In der Einrichtung für unsere Verhältnisse etwas spartanisch, für Nepal jedoch gut ausgestattet und mit dem Flair ihrer heimatlichen DDR. Anfangs wollte Heidrun sofort wieder abreisen, da die Matratzen im Zimmer unschlafbar hart waren. Ein Zimmerwechsel brachte dann die zwingend notwendige Abhilfe – und – zumindest langsames WiFi im Zimmer.

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Frühstück gibt’s „on top“ mit unvergleichlicher Aus- und Rundumsicht. Schon bei leicht ausgedehntem Frühstück kann man die Gleitschirmflieger Solo oder Tandem am gegenüberliegenden Hang beobachten und die Ultralights machen Lust auf „Wir auch“.

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Im Hintergrund das Annapurna Massiv mit dem von hier aus dominanten Gipfel des Machapuche, links davon der Gleitschirmfliegerstarthang. Wir werden das wohl mal ausprobieren müssen. Heidrun tendiert zum Tandem, mir wäre das Ultralight lieber. Mal sehen was so kommt. Was kam?? Wolken und Dunst! Damit war die Aussicht nicht mehr so perfekt und Gleitschirm und Ultralight werden wir im nächsten Urlaub angehen.

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Mit dem Taxi umrundeten wir unseren Hausberg und ließen uns an der tibetischen Siedlung mit dem Jangchub Monastry absetzen. Nach kurzer Besichtigung konnten wir an der Gebetszeremonie teilnehmen. Trompeten (böswillige Menschen würden Vuvuzela sagen), alphornähnliche Blasinstrumente, Glöckchen und Gesang bildeten den akustischen Rahmen, den wir nach einiger Zeit gesättigt verließen. Die angeschlossene Teppichmanufaktur bestand leider nur aus einem Austellungsraum mit sehr schönen, kleineren Knüpfteppichen auch mit modernem Design.

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Am Freitag 9.11. haben wir uns nach Sarangkot taxen lassen – mussten aber die letzten 100 Höhenmeter wegen des pistenunwilligen Taxifahrers laufen – um einen „einmalig schönen“ Blick auf die Annapurnagruppe werfen zu können. Die Sicht war leider etwas verschleiert, sodass wir der unterhalb gelegenen Abflugbasis der Gleitschirmflieger einen mehrstündigen Beobachtungsbesuch abstatteten.

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In dieser Zeit sind rund hundert Gleitschirme gestartet, davon fast die Hälfte als Tandemflug. So von der Wiese aus, auf dem festen Boden sitzend, schien uns das eine sichere Sache zu sein und dem Kreischen der jüngeren Mitfliegerinnen nach zu urteilen, auch ziemlich erregend. Mhh?

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Samstag früh um 5 Uhr Abfahrt ist im Urlaub schon fast als Zumutung zu betrachten. Und ohne Frühstück! Aber wir wollten den Sonnenaufgang hinter dem Annapurna von einem abseits gelegenen Aussichtspunkt genießen und dieser Zeitpunkt ließ sich einfach nicht verschieben. Oben angekommen, fiel der Sonnenaufgang sozusagen in die Wolken. Leider. Also frühstückten wir mit Karen, die den Ausflug organisierte und auch für das leibliche Wohl sorgte, erstmal ausgiebig.

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D i e kann mit den Wimpern klimpern!

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Von unserem vernebelten Sonnenaufgangsbeobachtungsplätzchen führte uns Karen über kleine Pfade bis zu einem der 7 Pokhara-Seen, dem Begnas See. Nach einigen Stunden bergauf und bergab gabs Dal Bath, Vegetable Rice und Kaffee aus dortigem Kleinanbau. Bei einer der vielen kleinen Päuslein entdeckten wir eine Schnaps-Destille und durften deren Hausbrand aus Hirse (Roxy) auch gleich verkosten. Da ich den Bildschirm noch lesen kann, gehen wir davon aus, dass es sich hier um Äthanol gehandelt hat.

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Destille und Destillator. So ein platzsparendes Gerät würde auch noch in unseren Keller passen…

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Pokhara und das Fuji Mountain Hotel – unser Domizil in den letzten 7 Tagen (und hoffentlich auch im nächsten Herbst!). Die ausgedehnten Frühstücksstunden und das umfangreiche Frühstück auf der „Penthouse“-Ebene mit Blick auf die Annapurna Gipfel werden unvergessen bleiben, wie auch die netten Gespräche und Wanderung mit Karen. Wir wünschen ihr weiterhin viel Glück und Erfolg. Endgültig – das Taxi zum Flughafen wartet und wir fliegen zurück nach Kathmandu.

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In Kathmandu waren wir von Tashi Sherpa (Sherpa Adventure Gear) in sein Terrace Guest House eingeladen, das direkt über seinem Store und der Musternäherei liegt. Ein perfekter und krönender Abschluss. Dieser Tage ist das Lichterfest, Straßen, Häuser und Gehwege – so vorhanden – sind geschmückt mit Blumen, Malereien und Kerzen. Kathmandu leuchtet!
Es war der Tag der Kuh und der Mädchen (Ein Schuft, wer Böses dabei denkt) und überall wurde getanzt. Der Tag des Hundes war gerade vorbei, nach der Kuh folgt der Tag des Ochsen und der Jungs.

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Ein letzter Besuch im Durbar Square, Gewürze und noch einige nette Kleinigkeiten besorgen, ein letztes Mittagessen in einem netten Restaurant mit Dachterrasse und schönem Ausblick und ein Abschiedsfoto mit zwei sehr attraktiven Saddhus und einer fröhlichen Heidrun.

Bis zum nächsten Jahr in Nepal !

Heidrun und Bernd

Tibet im Oktober 2012 – Bemerkungen
Wir hatten das Glück zwischen der Noch-Einreisesperre bis Oktober 2012 und der Einreisesperre ab November 2012 Permits und Visa für 4 Personen für Tibet erhalten zu haben. Die obligatorische aber virtuelle 5. Person wurde plötzlich „höhenkrank“ und konnte nicht mitreisen. Natürlich musste das 5. Visum und die Gebühren bezahlt werden.
Ebenso bekamen wir das Permit für das Everest-Base-Camp.

Eine österreichische Reisegruppe durfte nicht einreisen, weil der Dalai Lama kurz zuvor in Österreich zu Besuch war.

Bei der Einreise in Lhasa wurden bei der Gepäckkontrolle alle Lonely Planet und auch unsere deutschsprachigen Reiseführer einbehalten und der Name eingetragen. Bei der Ausreise über den gleichen Ort, bekommt man diese vermutlich wieder.

Angekommen in Lhasa, wurden wir von unserem Fahrer und dem Guide pünktlich am Flughafen abgeholt. Wir waren – nach dem nicht so wirklich sauberen Kathmandu – total überrascht: Der Flughafen, die Straßen bis Lhasa und Lhasa selbst vermitteln den Eindruck einer blitzsauberen Metropole! Straßenbeluchtung mit LED-Lampen und Solarmodulen, saubere Gehwege, gepflegte Straßen auch in der Altstadt. Glühbirnen haben wir keine gesehen, es werden nur Engergiesparlampen verwendet – auch in der Altstadt. Gegenwärtig werden Fernwärmeleitungen verlegt, die Ihre Energie aus geothermischen Bohrungen beziehen.

Unser Hotel war zentral gelegen und ebenfalls sehr sauber – leider unbeheizt, sodass es im Frühstückssaal bei 8 Grad doch etwas frisch wirkte. Das gute Frühstück und der warme Tee halfen dann schnell.

Wir konnten uns in Lhasa frei bewegen, benötigten aber für jede Besichtigung ein Permit, das unser Guide besorgte.

Im Potala Palast (und später auch in anderen Klöstern) fallen die vielen Uniformierten und Feuerwehrmänner (unter der roten Bekleidung ebenfalls uniformiert) auf. Einige Mönche sind eher zum Aufpassen eingesetzt und nutzten ihr Mobiltelefon sobald wir an ihnen vorbeigelaufen waren, andere murmelten Ihre Gebet nur solange man in Hör- und Sichtweite waren…

In jedem Raum sind mehrere Deckenkameras angebracht – die Überwachung durch Geräte und Personen schien uns lückenlos! Das Sicherheitsgefühl war allerdings auch sehr gut!

Der große Platz in Lhasa ist ringsum durch Polizeikontrollen mit Röntgengeräten abgesichert, es patruillieren Hundertschaften Polizei und Militär! Die Soldaten sind mit Pumpguns -Schrotflinten mit kurzem Lauf und Pistolengriff – des größten (12er) Kalibers ausgerüstet.

Auch in der Innenstadt sind die kleinen Polizeistationen im Abstand von teilweise unter 100m zu finden!

Gegenüber uns Touristen waren alle Gruppen höflich und zurückhaltend bis freundlich und auskunftgebend.

Unsere Tour führte uns über gute Straßen nach Gyantse, Shigatse, Tingri bis zur Friedensbrücke, die die Grenze zu Nepal bildet. Auf dieser Straße gibt es im Abstand von 50 bis 150km Polizeikontrollen, die an Hand vom Fahrer mitzuführender Laufzettel die Durchschnittsgeschwindigkeit auf diesem Abschnitt ermittlen. Diese war für unsere Fahrzeuggruppe auf 30km/h festgelegt. Die Unterschreitung der errechneten Ankunftszeit ist mit ca. 1€ je Minute zu bezahlen, die Überschreitung hat großen Erklärungsaufwand seitens des Guides zur Folge, da er die Differenzen erklären und belegen muss, wo wir gewesen sind. So hatten wir beliebig viel Zeit für Fotos usw.

Das Verlassen der genehmigten Straße ist strengstens verboten!

Auch die Tibeter selbst benötigen für eine Fahrt, z.B. zu 30km entfernt wohnenden Verwandten ein Permit der Polizei!

Von Tingri aus, wollten wir das Everest-Base-Camp besuchen, aber das Militär hat wegen einer (welcher?) Aktion die Zufahrt gesperrt. Von Tingri aus hat man einen sehr guten Blick auf den Everest. Es gibt dort ein Snowleopard Guesthouse und ein Snowleopard Hotel. Das Hotel ist bei Weitem vorzuziehen!

Die Häuser an der Straße und auch weiter weg – soweit man als Tourist so sehen kann oder darf- sind einheitlich im tibetischen Stil gebaut, in sehr gutem Zustand und sauber. Ebenso ist der Eindruck der Landwirtschaft positiv, die Gerätschaften teilweise einfach aber funktionsfähig, kleine Diesel-Agrias gibt es in großer Anzahl und überall.
China investiert große Summen in die Infrastruktur, die Eisenbahnstrecke (dann durchgehend von Peking!) bis Shigatse befindet sich bereits im Endausbau.

Wir hatten den Eindruck, dass die Tibeter liebend gerne auf Vieles verzichten würden.

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