Unser Sprinter 319 • 4×4 • 4,2t

Das nächste Fernreisefahrzeug – die Qual der Wahl!

Seit 1974 sind wir mit selbst aus- und umgebauten oder komplett neu konstruierten Fahrzeugen – 4×2, 2×1, 4×4 und 6×6 – unterwegs und jetzt steht die nächste Idee im Raum. Etwas neuer, etwas leichter, etwas schneller, etwas bequemer und konsequent für 2 Personen ausgelegt…2016 begannen wir mit der Planung unseres Fernreisemobils #10.
Unsere Wunschliste war sehr, sehr lang. Mit den technischen Features für die Fahrzeugwahl werde ich beginnen.

August 2020: Überarbeitet, ergänzt, neue Infoboxen mit technischen Erklärungen und Tipps sowie neue Fotogalerien eingefügt.
Nebenbei möchte ich noch erwähnen, dass ich keinerlei Zuwendungen – welcher Art auch immer – von auf berndwoick.de aufgeführten oder sonstigen Unternehmen bekomme und auch nicht bekommen möchte.

Die zulässige Gesamtmasse sollte unter 3,5t bleiben, damit die Nachteile des LKW-Durchfahrt- und Überholverbots und auch die Beschränkung auf 100km/h entfallen.
Nach mehreren überschlägigen Berechnungen kamen wir allerdings zu dem Schluss, dass wir wohl eher 4t wiegen werden… So wurde dieser Wunsch schnell von der Liste gestrichen.  Da diese Beschränkungen nahezu ausschließlich für Deutschland gelten, fiel das nicht so schwer. 
Bitte für die eigenen Reiserouten beim ADAC nachfragen.
Nächste Kriterien waren die Fahrzeuglänge und Breite. Wir legten uns auf 5,99m und eine Breite von 2,05 fest. Die Länge wegen möglichst noch erträglichen Rampen- und Böschungswinkel und Gebühren für Schiffspassagen, Brücken, Fähren oder Maut, die Breite wegen vieler schmaler Brücken, Hängebrücken und sonstiger Durchfahrten, die wir im Laufe unserer Reisen mit breiteren Fahrzeugen nicht hätten befahren können! Eine containergerechte Höhe war sowieso nicht erreichbar, daher stören uns die zu erwartenden 3,10m nicht wirklich.

Permanenter Allrad ist absolute Voraussetzung. Die Nachteile eines zuschaltbaren Allrads, wie wir ihn in diversen Landrovern und den ersten Mercedes G über mehrere 100.000km gefahren waren, wollten wir auf jeden Fall vermeiden.
Differenzialsperren zentral und in der Hinterachse sind gesetzt, die Sperre an der VA halten wir nach unseren Erfahrungen nicht für sehr wichtig und auch „bruchanfällig“ – diese entfällt daher.
Unentbehrlich ist für uns ein 7 bis 9-Gang Automatikgetriebe mit Drehmomentwandler und nachgeschaltetem Reduktionsgetriebe – mindestens 2:1. Diese Kombination ist wesentlich zuverlässiger als die Einheit Kupplung/Schaltgetriebe und erleichtert oder ermöglicht erst das gemäßigte Fahren in schwerem und steilem Gelände. Das Anfahrmoment ist hier etwa doppelt so hoch, wie mit Kupplung, was besonders bei Rädern mit großem Durchmesser entscheidend ist. 
Bei der Bereifung haben wir uns auf die 285/75R16 Goodrich (=Michelin) AllTerrain KO2 auf 8,5Jx16 Felgen (Komplettrad = 44kg) festgelegt. Michelin gibt für eine Achslast von 2,0t einen Reifenluftdruck von 2,6bar an – bis 170km/h. Das lässt komfortables Rollen erwarten.  Nach inzwischen über 40.000km sind etwa 3,5mm gleichmäßiger Abrieb über die Breite zu messen. Ab km 40.000 erhöhen wir den Reifenluftdruck auf 3,1 bar – das Abrollgeräusch ist deutlich geringer. Wie sich der Abrieb entwickelt, werden wir messen. Die KO2 Version ist auch als Winterreifen zugelassen.
Wegen des größeren Abrollumfangs der Räder ist die kürzeste Achsuntersetzung notwendig.

Infobox: Räder und Untersetzung

Da wir unterwegs die Räder auch bei Profilabrissen oder unregelmäßigem Abrieb nicht nachwuchten wollen, haben wir uns für die Befüllung mit TipTop Auswuchtgranulat (D 170g/Rad) entschieden, mit dem wir im Duro nur die allerbesten Erfahrungen gemacht hatten. Damit entfällt über die Reifenlebensdauer jegliches Auswuchten! Das Granulat ist mit den neuen Reifendruck-Kontrollsystemen kompatibel.

Infobox: Tip Top Equal

Die Hinterachse sollte mit einer Vollluftfeder ausgestattet sein, damit man ggfs. die Karosserie anheben oder absenken kann und das Niveau – egal ob leer oder „über“-laden – immer gleich bleibt. Ein weiterer Vorteil ist der Wegfall der von mir ungeliebten Blattfedern und damit verbunden ein deutlicher Gewinn an Stauraum unter der Wohnkabine. Ebenso versprechen wir uns davon einen verbesserten Fahrkomfort und nach Adaption auch eine verbesserte Verschränkung. Diese beträgt nach dem Umbau ca. 40cm über Eck.
Wegen der Laufruhe und des Drehmoments sollte es ein 6-Zylinder, 3 Liter Diesel werden, auf jeden Fall mit der neuesten Abgasreinigung, also Euro6. Große Probleme mit der AdBlue Versorgung sehe ich nicht, da der Verbrauch auf z.B. 10.000 km bei 30 Liter AdBlue liegt. Entsprechend haben wir Kanister vorgesehen. Für den Notfall kann man techn. Harnstoff nahezu in jeder Großstadt kaufen und demineralisiertes Wasser ebenfalls. So werden aus 10kg Harnstoff 30 Liter AdBlue (habe ich selber noch nicht probiert!).
Zu den ab km 34.000 aufgetretenen AdBlue-Problemen gibt es Details und Hilfe-Tipps in einem separaten Beitrag. Link dazu in der Infobox : Euro6…
Wesentlich größere Probleme entstehen in Ländern mit schwefelhaltigem Diesel über 50ppm (= 50mg Schwefel/kg Diesel), z.B. Bolivien, Paraguay u.v.a. Hier ist vor der Reise die Abgasreinigung auszubauen bzw. stillzulegen und der Diesel-Partikelfilter (DPF) sollte durch ein Leerrohr ersetzt werden. Alternativ könnte man diesen auch einfach „durchstossen“ und später einen neuen montieren. Weiterhin muss auch die Motorsteuerung neu codiert werden. AdBlue ist damit auch kein Thema mehr. Hier verweise ich auf die Fa. ORC in Holzgerlingen bzw. die Fa. „www.Edok-Performance.de“ in Altdorf. Bei EDOK kann man seit wenigen Wochen einen „Kunden-Flasher“ bekommen, der bis zu 5 unterschiedlich Software-Varianten speichert und per „Knopfdruck“ auf dem Android-Smartphone umschaltet. Damit sind nicht nur unterschiedliche Motorleistungen, sondern auch verschiedene Abgasreinigungen (oder eben nicht) wählbar. Dass damit die Betriebserlaubnis in Europa erlischt, bedarf wohl keiner Erwähnung.
Ausführliche Hinweise sind unter diesem Link – bitte kopieren – zu finden:

Infobox: Euro6 • AdBlue • DPF

Aus Gründen der erodierenden Jugend, sollte es ein komfortables und leises Fahrzeug sein, ausgestattet mit den heute üblichen Gimmicks, wie Xenon-Licht, Navi, Tempomat, Klima, Standklima großen Tanks usw.
Nach vielen Gesprächen mit ehemaligen Kunden, Messebesuchen, Probefahrten, Informationen kristallisierte sich das Sprinter 319 4×2 Reisemobil-Fahrgestell mit 3665mm Radstand, 3,88t Gesamtmasse und den oben beschriebenen Ausstattungen als „Traum“-Basis heraus. 

Wichtiger Hinweis: Bei über 3,5t unbedingt den kostenlosen Code „M94 –  Fahrzeug ohne Geschwindigkeitsbegrenzung“ mitbestellen, da ansonsten auch das fertig TÜV abgenommene Reisemobil seitens Mercedes nicht von der Begrenzung auf 89km/h befreit wird. Die Begründung liegt mir schriftlich vor!

Mit unseren verbindlichen technischen Vorgaben blieb lediglich ein Anbieter für den Allradumbau übrig,  die Fa. Iglhaut.
– Zum Serviceverständnis der Fa. Iglhaut, zur technischen Qualität und Funktionalität des erfolgten Umbaus – sowohl an der VA als auch an der HA – sowie zur Mängel behafteten techn. Dokumentation werde ich einen mit Fotos ausführlich dokumentierten Bericht an anderer Stelle veröffentlichen.

Im Folgenden werde ich so schreiben, als wäre das Fahrgestell nach dem Umbau durch Iglhaut und ohne konstruktive Anpassungen durch mich, unmittelbar reisefertig gewesen .

Bei Iglhaut wurde der Umbau auf permanenten Allrad, Toyota Verteilergetriebe HF2A mit Reduktion, Sperren Zentral und HA sowie Bereifung wie gewünscht, Kotflügelverbreiterung, Luftansaug-Zyklon Top-Air BX 40 (Fa. Neffgen, Koblenz) auf dem Schnorchel, die Anpassung des Umbaus an die Luftfederung und die Auflastung auf 4,2t bestellt.

Im April 2016 stand das neue 4×4 Fahrgestell mit TÜV-Gutachten bei uns zu Hause – im Freien. So wurde, sobald die Sonne wenigstens etwas schien, gemessen, gezeichnet und gerechnet. Im Laufe der Wochen wurde eine Halterung für die 6kg Tankflasche, die an jeder Tankstelle mit LPG aufgefüllt werden kann, am Rahmen angebracht, eine Halterung für das große Ersatzrad hinten zwischen den Rahmenschenkeln montiert und eine Halterung für 6 Stück 12 Liter Kunststoffkanister, variabel für Diesel oder AdBlue bestückbar.  

Fahrgestell mit Halterungen
Fahrgestell mit Halterungen für 6 Kanister, Ersatzrad, Gas-Tankflasche und Bierkiste

Im Juli 2016 fuhren wir das Fahrgestell nach einigen vorangegangenen Besprechungen,  zum Aufbauhersteller Woelcke nach Heimsheim, in dessen Werkstätten bereits 2003 unser Duro-Innenausbau perfekt durchgeführt worden ist. Jetzt durfte der neue Traum langsam Gestalt annehmen.
Nur – die Ausstattung- (und Gewichts-)Liste wurde immer länger.

Grundriss Sprinter Woick
Grundriss der Wohnkabine Sprinter Woick 2016

Trinkwassertank: 100l mit Filter
Abwassertank: 35l mit elektrisch betätigtem Ablassventil
Spültoilette: System Woelcke mit 55l Abwassertank, elektrisch betätigtes Ablassventil
Dusche: Für innen und außen
Warmwasser: Elgena Speicher 10l, multivalent für 12V/230V/Motorabwärme über Wärmetauscher/Standheizung
Wärmetauscher: Hrale B3-12 Edelstahl 10 Platten bis 22kW
Standheizung: Eberspächer Diesel-Warmwasser für Motor und/oder Wohnkabine.
Hinweis: Soll die Standheizung ggfs. auch den (stehenden) Motor vorwärmen, ist eine zusätzliche elektrische Umwälzpumpe erforderlich.
Wohnkabinenheizung: Mit zwei Helios Warmwasser-Wärmetauschern und kleinen Alde-Konvektoren

Gasversorgung: Um unabhängig von Flaschenfüllen oder -tausch zu sein wurde eine 6kg Tankflasche für LPG-Aussenbefüllung vorgesehen. Gasverbraucher sind nur die 2 Kochstellen.
Einstieg: Elektrisch ausfahrbare Treppe 3-stufig – Eigenfertigung auf Basis der 2-stufigen Thule OmniStore Treppe
Sitzbänke: 4 Sitzplätze mit Sicherheitsgurt, TÜV eingetragen.
Betten: 2 Stockbetten mit Froli-System Unterbau und 7cm Kaltschaummatratze.
Durchgang: Durch die Nasszelle, Duschwanne in die Fahrerkabine.

Kühlbox: Engel MB-40 mit Woick-Kältespeicher auf Edelstahl-Vollauszügen (Häfele 423.62.065) 
Kochen: 2 einzelne Gaskochstellen je 2.400W mit separater Spüle
Kaffee: Jedem das Seine – uns ist der gute Frühstückskaffee sehr wichtig. Nachdem wir zunächst die Piccola für ESE-Pads genutzt haben, die Beschaffung der Pads in unserer Geschmacksrichtung aber etwas unsicher war, haben wir 2019 versuchsweise den Tchibo Esperto Caffé Vollautomat montiert und sind hoch zufrieden. Das ist die kleinste, leichteste (7,8kg) und schmalste (18cm) Maschine die wir gefunden haben, nahezu baugleich mit Koenig und Severin – nur viel preisgünstiger.
Standklimaanlage: Autoclima 12V für den Schlafkomfort und die Klimatisierung – ggfs. tagsüber für unseren mitreisenden Labrador.

Infobox: Autoclima 12V Standklimaanlage

Solarmodule: 4x 100W ultraleichte 5mm von SolarSwiss
Spannungswandler und Ladegerät: Victron EasySolar 1600 – Ladegerät, 1.600W-Sinus-Spannungswandler, Vorrangschaltung, Fi-Schutz, Sicherungen und MPPT-Solarregler mit 3 Eingängen in einem Gehäuse – hinter der Fahrersitzlehne.

Benzingenerator: Torcman 12V/20-25A , mit 5,1kg der leichteste und kleinste den wir kennen.

Infobox: Torcman Stromerzeuger Benzin –12V

Batterien für Wohnraum: 2 Stück Varta LAD 115 Ah AGM Akkus unter dem Beifahrersitz.
Parallelschaltung zur Starterbatterie mit Nato-Knochen: Starthilfe für den Notfall.
Batterien laden:  Während der Fahrt über Votronic Booster 50A. Dank Euro 6 Batteriemanagement wird die Zusatzbatterie ohne Booster nicht oder nicht ausreichend geladen.
Überwachung: Füllstand-, Spannung- und Kapazität über ein Votronic Panel.
Reifenkompressor: 12V/30A KP12/10/72l/min. 
12V-Anschlüsse: Kompressor und Generator über die winzigen XT60 (bis 60A) Modellbau-Steckverbindungen.

Navigation: Herausnehmbares iPad mit PocketEarth in einer umgebauten Halterung für Klaviernoten…
Sicherheit: Eigene Edelstahlprofile als Aufhebelschutz für die großen Seitz S4 Seitenscheiben:

Infobox: Sicherheitsprofil für Seitz S4 Scheiben


Splitterschutzfolie an den Scheiben in der Fahrerkabine von Fitzer Folientechnik in Ötisheim.

GPS-Tracker mit Geofencing:

Infobox: GPS Tracking-Diebstahlschutz


Kommunikation: Wlan-Verstärker mit Accesspoint im Fahrzeug. Dieser Tipp stammt von: https://www.reisestationen.de/expeditionsmobil/wlan-wifi/

Ein paar Blicke in den Innenraum und ein paar Fotos unterwegs:

Hier noch einige technische Detailfotos. Auch hier genügt es mit der Maus auf das Bild zu gehen, um den Text anzusehen.

15 Gedanken zu „Unser Sprinter 319 • 4×4 • 4,2t

  • 30. März 2019 um 0:15
    Permalink

    Wie sieht der Sprinter fertig aus?
    Gibt es Bilder, Zeichnungen, Ausstattungsliste?

    Antworten
    • 30. März 2019 um 11:32
      Permalink

      Moin, moin.
      der fertige Sprinter ist auf dem Beitragsbild, die Austattungen im Text und für den Grundriss gibts im Text einen Link. Ansonsten – siehe letzten Satz im Beitrag

      Antworten
  • 15. Mai 2019 um 19:08
    Permalink

    Hallo,
    jetzt bin ich ein wenig überrascht ehrlich gesagt – wieso wechselt man vom 6×6 Duro zu einem Sprinter? Was hat Euch denn am Duro nicht gefallen oder was war der ausschlaggebende Grund davon wegzukommen?
    Meine Freundin und ich liebäugeln im Moment mit einem 6×6 Duro als weltreisemobil…..

    Viele Grüsse,

    Jeff

    Antworten
    • 16. Mai 2019 um 8:12
      Permalink

      Hallo Jeff,
      das ist keine Überraschung. Unser Duro war mit 7 Sitzplätzen „getüvt“, für Freunde und Kinder als Mitfahrer. Zum Einen hat sich das Konzept für uns nach 16 Jahren Duro überlebt. Unser neues Fahrzeug sollte erheblich kleiner, dafür aber auch erheblich schneller werden und konsequent auf 2 Personen ausgelegt sein. Weiterhin ist es sehr angenehm, statt 1″ und 3/4″ Nusskästen nur noch 1/2″ und 3/8″ mitschleppen zu müssen… Falls ihr euch für Duro interessiert, setzt euch mit Andreas Bauer bei Waldshut-Tiengen ( +49 7753 9797300‬) in Verbindung. Er war der Entwicklungsleiter des Duro bei Bucher und betreibt die einzige authorisierte Werkstatt. Er hat gelegentlich auch Fahrgestelle vor Ort. Viele Grüße BW

      Antworten
  • 2. August 2019 um 20:51
    Permalink

    das mit den Nüssen ist schon ein Argument, gruss, Philippe

    Antworten
  • 27. August 2019 um 15:28
    Permalink

    „Oberaigner rüstet nur Fzg. mit Schaltgetriebe auf deren Allrad um“.
    – Sind damit 4×2 gemeint?
    Wenn man zuschaltbaren Allrad hat, kann man doch auf apermanenten Allrad umbauen lassen.
    – Heisst das, die Kombination von Automat und Allrad ist nur „ab Werk“ möglich?
    – Warum kann dein 906 mit Wandlerautomat nicht mit Allrad ergänzt werden? (Welchter Automat ist denn drin?)

    Antworten
    • 27. August 2019 um 18:36
      Permalink

      Der Kommentar auf den du antwortest, stammt von einem Leser, der kein Fahrzeug dieser Kategorie besitzt, sondern eines sucht….
      Diese Thema ist recht komplex, daher bitte ich diese Fragen mit den jeweiligen Anbietern direkt zu klären. Je nach Anbieter werden Schaltgetriebe oder 5-Gang Automaten oder auch 7-Gang Automaten verbaut bzw. umgebaut. Teilweise sind es zuschaltbare Allräder, teilweise permanente Allräder, teilweise mit separatem Verteilergetriebe oder auch mit angeflanschtem Verteilergetriebe (nur mit 5-Gang Automat). Daher die möglichen Kombinationen mit den Herstellern klären. 7-Gang Automat + permanenten Allrad macht meines Wissens Iglhaut.

      Antworten
  • 24. April 2020 um 16:55
    Permalink

    Hallo Bernd,
    wir sind gerade dabei ein Reisemobil zu konfigurieren und sind dabei auf deine Homepage mit der interessanten Ausstattungsliste. Ich grüble auch über den Einbau der Luftfederung an der HA. Meine Bedenken sind aber der hoche technische Aufwand mit Steuergerät und Sensoren, die natürlich früher oder später Störungen verursachen werden, was in Reiseländern außerhalb Europas zu großen Problemen führen kann. Wie ist deine Erfahrung damit bisher, würdest du diese Variante nochmal wählen? Wie bewährt sich die Heizung mit der Eberspächer und Wasser Wärmetauscher ?

    Antworten
    • 25. April 2020 um 8:40
      Permalink

      Hallo Eduard,
      gegenüber der Blattfeder ist der technische/pneumatische/elektrische Aufwand deutlich höher. Die Vorteile überwiegen. Notreparaturen sind aber kein Problem. Im Motorraum sind 2 Fahrradventile durch die jede Seite „manuell“ mit Luftpumpe gefüllt oder entlüftet werden kann. Wir nehmen immer 1 neuen Balg (bisher unnötigerweise) mit. Dazu habe ich mir noch einen kurzen Füllschlauch gemacht, der direkt in das Anschlussgewinde des oberen Flanschs geschraubt werden kann. Damit umgehe ich sämtliche Technik. Achtung: Die Befestigungsschrauben vom Balg sind Zoll-Feingewindeschrauben (3/8 UNC), entsprechend der Inbus-Schlüssel auch! Würde ich auf jeden Fall wieder so konfigurieren!
      Die Heizung läuft problemlos. Da im Wohnteil eben auch Warmwasser der Wärmeträger ist, ergibt sich ein gleichmäßigerer Temperaturverlauf, als bei einer Luftheizung. Viel Spass beim Planen!

      Antworten
      • 25. April 2020 um 12:35
        Permalink

        Hallo Bernd,
        vielen Dank für die rasche Antwort. Wenn durch einen elektronischen Defekt an der Luftfederung nicht auch andere Systeme beeinträchtigt werden,
        ist das manuellen Befüllen der Bälge eine einfache und gute Lösung. Liebe Grüße EE

        Antworten
  • 27. April 2020 um 19:30
    Permalink

    Hallo Bernd,
    wir überlegen gerade, ob es ein Achleitner oder ein Iglhaut-Sprinter werden soll. Wie sind denn Eure Erfahrungen?
    Viele Grüsse
    Michael

    Antworten
    • 28. April 2020 um 10:44
      Permalink

      Mit 907 (falls es so einer werden soll) kenne ich mich nicht aus. Erfahrungen habe ich nur mit 906er und Iglhaut. Wenn zu seinen Umbauten keine Sondersachen dazu kommen, wie bei mir, okay. Die verbauten Materialien sind topp, allerdings ist der Service sehr merkwürdig. Da aber sonst niemand den 7-Gang Automaten in Verbindung mit Reduktion und 285er Räder verbaut – geschweige denn mit Vollluftfederung – gibt es zu Iglhaut keine Alternative.

      Antworten
  • 19. Juni 2020 um 10:17
    Permalink

    Hallo Bernd,
    wie kommst du mit den 4,2 Tonnen, reisefertig inkl. vollen Tanks und Ersatzkanister zurecht. Ich rechne gerade die Gewichte und komme auf etwas mehr als 4,3 Tonnen. Weiß du zufällig wie schwer die leere Wölke Kabine ist? Der Iglhaut Antrieb dürfte ca. 350 kg wiegen?
    Viele Grüße
    Eduard

    Antworten
    • 20. Juni 2020 um 9:19
      Permalink

      Hallo Eduard,

      Masse (V6 mit Automat, VB Vollluftfederung, Iglhaut Umbau auf 4×4 mit Zentral- und HA-Sperren, mit allen Woick-Unterflurhalterungen, mit 285er Ersatzrad in Unterflur-Halterung, Tankflasche mit Halterung aber leer,
      12kg Diesel ohne Fahrer, ohne Unterfahrschutz 2.320kg –> —> Leermasse Fahrgestell somit 2320 + 75+ 78 = 2473kg
      Die gewogene Leermasse incl. Aufbau und Einbauten gem. TÜV Gutachten 3.740kg (Frischwassertank 100l).
      Incl. Frau und Hund, Werkzeuge usw. hatten wir nie mehr als gewogene 4.100kg. Abwässer natürlich immer leer, Frischwasser bei Abfahrt voll.
      Was die Wölcke Kabine leer wiegt, kann ich nicht sagen, da zwischendurch nicht gewogen werden konnte. Jedenfalls waren seine Aussagen korrekt.
      Viel Spass beim weiteren Planen,
      Bernd

      Antworten
  • 20. Juni 2020 um 11:47
    Permalink

    Hallo Bernd,
    danke für die rasche Antwort und der detaillierten Auflistung. Daraus lese ich ab, daß inzwischen nicht nur die Fahrgestelle etwas schwerer sind sondern auch meine Kabine im Vergleich zu der von Wölcke.
    Liebe Grüße
    Eduard

    Antworten

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Diebstahlschutz durch GPS Tracking

Für ein Fernreisefahrzeug empfiehlt sich eine automatische GPS-Verfolgung – falls das Fahrzeug gestohlen wurde – die auch weltweit und zukunftsicher funktioniert und bezahlbar ist!
Die erste – bezahlbare – Wahl sind mobilfunkbasierte Systeme. SMS, Edge, 3G, 4G usw. stehen als Datenübertragungsformate zur Verfügung. Da die Frequenzbänder immer mehr belegt werden, darf man davon ausgehen, dass Edge und 3G demnächst  „frei“, also abgeschaltet werden. 4G und das neueste 5G sind weltweit nicht sonderlich verbreitet, sodass das „alte“ SMS-Protokoll wohl langfristig die beste Wahl ist.
Die Fa. Thitronic GmbH aus Eckernförde bietet hierfür den ProFinder an, der Zigarettenschachtel klein incl. SIM-Karte und Telekom Sondervertrag für ca. 300€ geliefert wird. Der Vertrag schlägt mit ca. 1 bis 2€/mtl. zu Buche, dazu die SMS bei Abfragen oder automatischer Benachrichtigung.

Profinder GPS-Tracker mit Antenne und WAGO-Klemmen mit 2 Schottky-Dioden

Mit einer SMS ruft man die Batteriespannungen und anderes ab und erhält dazu einen Google-Maps-Link mit der Position und Geschwindigkeit der Fahrzeugs, ebenfalls per SMS. Datendienste sind nicht erforderlich!
Hat man Geo Fence aktiviert, meldet sich das Fahrzeug per SMS mit Standort und Geschwindigkeit nach einer Standortänderung von ca 1 km.
Der Ruheverbrauch beträgt ca. 10 Wh/Tag. Eine Wohnraumbatterie mit 900Wh Nutzkapazität kann den Betrieb also knapp 1/4 Jahr aufrechterhalten. Bei längeren Standzeiten empfiehlt sich eine Solaranlage.

Möchte man verhindern, dass das System durch Ausbau der Batterien und Diebstahl per Tieflader deaktiviert wird, kommt man um den versteckten Einbau einer kleinen Pufferbatterie nicht umhin! Das einfache, nachvollziehbare Schaltschema findet ihr hier als PDF-Download. 

Schaltschema Pro-Finder

Tipps für die Umbereifung

Die vom Hersteller serienmässig ausgelieferte Kombination basiert auf einer genauen Abstimmung (und Abwägung) von Drehmoment, Motordrehzahl, Luftwiderstand und weiteren Parametern. Ändert man nun eine Komponente, z.B. den Abrollumfang, ändert man die Abstimmung. In der Regel mit negativen Konsequenzen.
Ideal ist es, bei der Bestellung eines Neufahrzeugs die spätere – ggfs. auch nach Garantieablauf – Traumbereifung zu berücksichtigen. Später bleibt der Weg der Untersetzungsänderung in den beiden Diffs. Beim professionellen Umbau von 4×2 auf 4×4 und Umbereifung ist die Anpassung der Untersetzung inklusive, kostenpflichtig!
Unser Sprinter 4×4 läuft mit der kürzest lieferbaren Achsuntersetung
I = 4,73. Mit der Bereifung BFG AT 285/75R16 (Abrollumfang 2.544mm) ergibt sich die identische Gesamtuntersetzung, die den Serienfahrzeugen mit 225er Bereifung zu Grunde liegt. Tachoanpassungen sind somit nicht erforderlich.
Der Kraftstoffverbrauch nimmt wegen der größeren Umrissfläche des Fahrzeugs zu.

Breitere Reifen bedingen breitere Felgen. Breitere Felgen bedingen eine andere Einpresstiefe bzw. Distanzringe.
Unsere 8 1/2 J x 16 H2 Felge hat eine ET von 62mm und stammt vermutlich vom italienischen Hersteller Gianetti Ruote srl.
Die MB Teilenummer der Felge lautet A0014014402.
Die VA ist mit einer Spurverbreiterung von 34mm, die HA von 28mm ausgerüstet. 
Der Wendekreis ist erheblich erweitert, da der Lenkeinschlag begrenzt werden musste. Das ist auch der Grund, weswegen ich von 305er Bereifung mit folglich noch grösserem Wendekreis abrate. 

Einen Link zum umfangreichen Michelin/Goodrich Reifenhandbuch findet ihr unter Technik im Beitrag „Reifen Luftdruck Sägezähne“.

Woick Sicherungsprofil für Seitz S4 Fenster

Die Kunststoffenster sind ein beliebtes „Eingangstor“ in das Reisemobil. Sie sind zwar recht robust, splittern bei Überlastung und die kleinen Kunststoffriegel halten nicht wirklich viel aus.
Ein Edelstahlprofil – biegt ein guter Schlosser oder eine Firma, die Bleche für Dachdecker fertigt – wird von unten an den Scheibenrand geklebt. Zwei Federbolzen greifen in das Innensechskant der beiden in den Fensterrahmen eingeklebte Inox-Schrauben M8 x 50. Zum Öffnen werden die Original-Fensterriegel geöffnet und dann die beiden Federbolzen nach oben gezogen – das Fenster kann geöffnet werden.
Federriegel: FM0606 mit Knopf Alu natur, Anschraubhülse und Bolzen verzinkt. Hersteller FEMA (liefert vermutlich nicht an privat…), www.fema-marbach.de/

Die Fotos zeigen die Arbeitsschritte. Die Bohrung für die Schraube muss soweit wie möglich nach aussen gelegt werde, andernfalls gibt es Ärger mit dem Rollo-Wickel!!!

Profil Edelstahl Fenstersicherung  Das ist der Downloadlink für die PDF-Profilzeichung. Die Profillänge ergibt sich aus der Breite der montierten Fenster.

Profilansicht Stirnseite
Fenstersicherung betriebsbereit. Innenansicht
Fenstersicherung betriebsbereit. Innenansicht
Profil fertig mit Aussparung für den Original Fensterverschluss
Senkung für den Schraubenkopf
Schraube verklebt und angeschliffen – Ärger mit dem Rollowickel!

 

 

 

 

Schraube korrekt verbohrt
Federriegel montiert, Sicht von unten
Beschädigung am Rollowickel durch die Schraube!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die so gesicherten Scheiben sind durch einfaches Aufhebeln kaum noch zu öffnen!
Viel Spass beim Nachbauen!

https://berndwoick.de/euro6-adblue-scr-dpf-agr-tauglich-fuer-die-fernreise/

Torcman Stromerzeuger Benzin – 12V

Diese Generatoren werden als Bausatz geliefert und basieren auf den Honda 4-Takt-Industriemotoren GX25 und GX35. Der Generatorteil mit den notwendigen Anschlüssen und Schaltern wird vormontiert geliefert und muss dann zusammengebaut werden. Etwas handwerkliches Geschick und Werkzeug ist erforderlich.
Optional gibt es eine Ladestrom und Ah-Anzeige und einen Drehzahlsteller.
Den Honda-Motor muss man separat erwerben (GX25 ca. 250€), Passendes Generator-Set ca. 350€.
Der betriebsfertige Generator hat eine Masse von 5,1kg. Die Abmessungen mit meiner flachen Alu-Bodenplatte und niedriger gebogenem Generatorgehäuse: ca. 230 x 220 x h260mm. Ohne Änderungen sind die Abmessungen wie folgt: 230 x 220 x 285mm.

Die Ausgangsleistung steht an der 12V Buchse ungeregelt – also last- und drehzahlabhängig an. 15 bis 20A können als Dauer-Ladestrom angenommen werden, 25A kurzzeitig.
Ab einfachsten leitet man den Ladestrom über einen Solarregler (ab 30A), der für die notwendige Ladekurve sorgt. Die Abschaltung des Generators muss man selber vornehmen oder das optionale Kit kaufen.

Etwas leistungsstärker (ca. + 10A) und schwerer ist die Kombination mit dem Honda GX35.

Der Tankinhalt reicht für ca. 2 Stunden Betrieb

Torcman 12V 25A Benzingenerator. Masse 5,1kgTorcman Generator auf "alternativer" Bodenplatte.

 

 

 

 

 

 

Generator in Marokko, mit alternativer Bodenplatte.

  Näheres unter  http://t-gen.torcman.de

Autoclima Fresco Split 9000 Maxx

Das 12V-Standklimagerät ist ein wesentlicher Komfort- und Gesundheitsfaktor, besonders wenn man mit Hund im Sommer unterwegs ist. Die Absenkung der Temperatur ist das Eine, oft noch wichtiger ist die Reduzierung der Luftfeuchtigkeit. Die von uns verbaute Anlage ist nicht mehr lieferbar, das neue Gerät hat eine deutlich höhere Kälteleistung bei fast identischen Abmessungen der einzelnen Module und vergleichbarem Energiebedarf aus der Batterie. Die Modulabmessungen:
Kompressoreinheit: 21 x 22 x 36cm
Innengerät/Verdampfer: H14 x B39 x T33cm
Kondensator mit Gebläse: H35 x B54 x T16cm
Kälteleistung: 2.600W
Stromaufnahme: 20A – 55A (240W – 660W) 
Masse: 27kg

Messung in unserem Sprinter mit der Fresko 3000.
Die Batteriekapazität sollte nicht unter 250Ah liegen, Solarmodule ab 400W sind empfehlenswert, 800W übernehmen bei voller Einstrahlung die Gesamtleistung.

www.autoclima.de

Das Datenblatt findet ihr hier:

Fresco 9000 Split

TipTop Auswuchtgranulat Equal

Ermöglicht das Auswuchten der Räder während der ersten Radumdrehungen. Nachwuchten oder Gewichte entfallen. Wir haben das für PKW-Räder wie für 285/75R16 A/T und 235/80R20 auf über 100.000km verwendet und sind damit sehr zufrieden.
Ein Beutel der Grösse „D“ kostet unter 10€. 
Durch Anklicken der beiden Downloadlinks erhaltet ihr die Reifengrössentabelle und die Kompatibilitätserklärung für die neuen Reifendruckkontrollsysteme als PDF.

Equal Auswuchtpulver Grössentabelle Kompatibilität Equal und RDKS

 

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